Konzert
1. Philharmonisches Konzert | Bach, Kancheli & Mendelssohn
Die Welt im steten Wandel und die Auseinandersetzung damit – das eint die Werke und Komponisten über Jahrhunderte hinweg. Einer der tiefgreifendsten Reformprozesse wird zur Grundlage von Felix Mendelssohn Bartholdys REFORMATIONSSINFONIE. Ausgangspunkt ist der Choral EIN FESTE BURG (1529) Martin Luthers, der im finalen Satz in einer Variation verarbeitet wird. Doch nicht nur die Musik dieser Reformation klingt durch: Auch Johann Sebastian Bach und der Renaissance-Stil Giovanni Palestrinas durchdringen Mendelssohns Sinfonie und spannen einen Bogen von der Musik des 15. bis ins 19. Jahrhundert. Zwischen den Zeiten bewegt sich auch das Ricercar a 6 aus dem MUSIKALISCHEN OPFER. Die Orchesterbearbeitung von Anton Webern behält den späten kontrapunktischen Stil Bachs bei und nuanciert ihn mit zeitgenössischen Techniken, die das Ricercar um die neuen Klangfarben eines sinfonischen Orchesters erweitern. „Ich wandte mich ab, um nicht zu sehen“, bedeutet der Titel ABII NE VIDEREM Giya Kanchelis, den der georgische Komponist seinem Konzert für Streichorchester und Viola gegeben hat. Es entstand 1992/93, kurz nachdem der Komponist seine georgische Heimat verließ, und zeigt im musikalischen Spannungsfeld großer Kontraste zwischen Klang und Stille, dass nicht jeder Wandel zu ertragen ist.
JOHANN SEBASTIAN BACH (1685–1750) / ANTON WEBERN (1883–1945)
Ricercar a 6 aus MUSIKALISCHES OPFER
GIYA KANCHELI (1935–2019)
ABII NE VIDEREM
Konzert für Viola und Streichorchester
FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY (1770–1827)
Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 107 REFORMATIONSSINFONIE