Sonderveranstaltung
DIE WUT IST EIN HELLER STERN
Teil der Reihe Große Namen – Große Texte
In Kooperation mit der Unibibliothek Regensburg

Moderation: Dr. Rainer Barbey, Unversität Regensburg.
Hedda hat sich ihren Traum erkämpft: Artistin im Alkazar auf der Reeperbahn. Doch nichts zählt mehr, als in den dreißiger Jahren die neuen Uniformen wie selbstverständlich im Publikum auftauchen. Die Freiräume werden enger und auch für die Mädchen im Varieté wird es gefährlich. Wem kann Hedda noch trauen? Ihr Bruder Jaan heuert als Harpunenschmied auf einem Walfänger an, für eine Fahrt in die Antarktis. Und auch Hedda sucht für sich und ihren kleinen Bruder Pauli nach Auswegen.
Anja Kampmann erzählt in einer unvergleichlich atmosphärischen Sprache, der es auch an Leichtigkeit nicht fehlt, eine Geschichte weiblicher Selbstbehauptung aus einer ganz und gar von Männern dominierten Zeit.
Anja Kampmann wurde 1983 in Hamburg geboren. Sie studierte an der Universität Hamburg und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Sie debütierte bei Hanser mit dem Gedichtband Proben von Stein und Licht (Lyrik Kabinett, 2016). Ihr erster Roman Wie hoch die Wasser steigen (2018), wurde vielfach übersetzt, für den Preis der Leipziger Buchmesse sowie den Deutschen Buchpreis nominiert und war Finalist für den National Book Award in den USA. Zuletzt erschien der Gedichtband Der Hund ist immer hungrig (2021), der mit dem Günter Kunert Literaturpreis für Lyrik ausgezeichnet wurde. Für ihr Werk erhielt sie 2024 den Marie-Luise-Kaschnitz-Preis. Im März 2026 erhält sie zudem den Hans-Fallada-Preis. Dieser wird seit 1981 zweijährlich verliehen. Der Literaturpreis ist mit 10.000 Euro dotiert. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Günter Grass (1996), Wolfgang Herrndorf (2012), Jenny Erpenbeck (2014) und Saša Stanišić (2020).
„Es ist die Welt derjenigen, die im Abseits stehen und eine verschworene Gemeinschaft bilden. Anja Kampmannn gelingt es, historische und erdachte Figuren zu einem kunstvollen Roman zu bündeln, in dem wir ganz nah dran sind am Milieu auf St. Pauli. Ein bildstarker, historischer und gleichzeitig aktueller Roman über Liebe, Mut und Hoffnung in finsteren Zeiten. Unbedingt lesen.“ — (9.9.25)
„Es gibt eine Wut, die nirgendwo hin kann, was sind wir Frauen doch gut darin, wir reisen nach innen, immer. Es sind Sätze wie diese, auf knapp 500 Seiten üppig verteilt, die einem bleiben, auch Tage nach der Lektüre. Anja Kampmann wickelt ihre Geschichte in eine ganz eigene Sprache, eine Melodie, bestehend aus Fragmenten, kurzen Szenen, die im Außen und in Heddas Innen spielen und die sich mal schleichend, mal im Galopp zusammenfügen.“ — (1.10.25)