Mit der für ihn typischen Portion schwarzen Humors erzählt George Tabori von seiner Mutter und ihrer wundersamen und lebensrettenden Begegnung mit einem deutschen Offizier: Eines Sommertags im Jahre 1944 auf dem Weg zum wöchentlichen Romméspiel mit ihrer Schwester wird die sechzigjährige Elsa Tabori von den Nazis aufgegriffen und zusammen mit 4000 anderen Juden in einen Viehwaggon Richtung Auschwitz gesteckt. Es ist die Courage, die Elsa das Leben rettet. Die Mutter des Autors trifft während ihrer skurrilen Deportation auf trottelige Hilfspolizisten, treudoofe Nazischergen und einen SS-Offizier, der sich als vegetarischer Philanthrop sieht, bis sie schließlich – mit einem Tag Verspätung – doch noch zum Romméspiel erscheint. Hinter jedem Lachen in diesem autobiografischen Meisterwerk von George Tabori drängt das unermessliche Leid der Deportierten hervor.
George Tabori, 1914 in Budapest geboren, emigrierte mit zwanzig Jahren nach London. Außer seiner Mutter und ihm wurde seine gesamte Familie in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten umgebracht. 1971 kehrte er nach Europa zurück, schrieb und inszenierte, u.a. in Bremen, München, Wien und Berlin. 1992 erhielt er den Georg-Büchner-Preis. Noch bis kurz vor seinem Tod 2007 war er am Berliner Ensemble als Hausautor und Regisseur tätig. Der Regisseur Hans Piesbergen arbeitete mehrere Jahre mit George Tabori in Wien und München zusammen.