Der Prozess

Musiktheater

Der Prozess

Oper in zwei Teilen und neun Bildern

Musik von Gottfried von Einem
Libretto von Boris Blacher und Heinz von Cramer nach dem gleichnamigen Roman von Franz Kafka
Orchesterreduktion von Tobias Leppert (2021)

In deutscher Sprache mit Übertiteln

Kooperation mit den Landesbühnen Sachsen

14+

Aufführungsdauer ca. 2 Stunden | eine Pause

Mit freundlicher Unterstützung

Regensburger Erstaufführung

Wie in Kafkas surrealem Roman, in den die politischen Spannungen der Entstehungszeit (1914/15) hineinspielen, erzählt die Oper von der mysteriösen Verhaftung des Bankprokuristen Josef K., der einem undurchschaubaren Rechts- und Instanzensystem zum Opfer fällt. Kafkas Albtraumwelten sind geprägt von der allgegenwärtigen Präsenz einer höheren Gewalt, die gegen den machtlosen Einzelnen agiert, und einem nicht unproblematischen Verhältnis zum weiblichen Geschlecht. Gleichzeitig existiert ein facettenreiches Bild von schillernden Absurditäten: ein Panoptikum skurriler, ja grotesker Personen, die als Doppelgänger*innen und Projektionsflächen auf Josef K. treffen.

Mit seiner stilistisch vielfältigen Partitur gelingt es Gottfried von Einem, der verwirrenden Stimmung des Romanfragments gerecht zu werden. Das permanente Ineinander von Wirklichkeit und Fiktion lotet der Komponist geschickt mit dem Wechselspiel zwischen Seriellem und Jazz aus. Eine Besonderheit im Klangbild dieser Oper bildet das sehr exponierte Orchesterklavier.

Die Opernrarität DER PROZESS wurde 1953 im Rahmen der Salzburger Festspiele unter der Leitung des Komponisten erfolgreich uraufgeführt und zeitnah weltweit nachgespielt. Das heute selten aufgeführte Werk feierte im Rahmen der Koproduktion mit den Landesbühnen Sachsen und der dafür eigens hergestellten Orchesterfassung im Oktober 2021 eine überregional beachtete Premiere.

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  © Pawel Sosnowski
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Besetzung

02.10.2022, 15.00 Uhr

Presse

Andreas Meixner
Mittelbayerische Zeitung

„…das Sängerensemble beeindruckt mit weithin starken schauspielerischen Qualitäten, die in den zwei Akten und neun Bildern neben einem punktgenauen sängerischen Timing immer gefordert sind. Deshalb gelingt auch am Ende eine spannende und schlüssige Inszenierung, weil Dramaturgie, Bühne und künstlerische Leistung zu einem stimmigen Dreiklang zusammenfinden […] Sebastian Ritschel hat als neuer Regensburger Intendant und Regisseur eine klare Duftmarke gesetzt. Ein gelungener Saisonauftakt des Musiktheaters!“

OPER! Internationales Fachmagazin für Oper & Musiktheater

„Franz Kafka's 'Trial' fragment becomes opera in Gottfried von Einem's 'Der Prozess', which had its world premiere 1953 in Salzburg. This new staging by Sebastian Ritschel at the Theater Regensburg is suitably nightmarish - cinematic aesthetic and psychedelic costumes blur the lines between space and time. Led by Daniel Pataky as Franz K. the ensemble delivers an excellent performance with a condensed orchestration.“

Stefan Rimek
Regensburger Zeitung

„Alles ist hier aus einem Guss […] gerade Letzteres kann durchaus auch Vorteile haben. Das zeigt die Inszenierung, die Ritschel bereits in der letzten Spielzeit an seiner vorhergehenden Wirkungsstätte, den Landesbühnen Sachsen in Radebeul, quasi als Grundlage für die jetzige Produktion in einer etwas kleineren Form auf die Bühne gebracht hatte, auf deutliche Weise. Es ist ihm anschaulich und schlüssig gelungen, die grotesken und absurden Vorgänge dieser nach Franz Kafkas gleichnamigem Roman geschaffenen Oper umzusetzen, und zwar ohne, dass die Inszenierung dabei in Überdrehtheit oder Kitsch abgleitet. Ritschel zeigt, dass es kein expressionistisches Spektakel braucht, um den Charakter dieses Sujets zu erfassen, sondern ein ruhig und gut durchdachtes Konzept, in welchem die Regie mit dem Bühnenbild, den Kostümen und dem Licht wie aus einem Guss aufeinander abgestimmt ist.“

Uwe Mitsching
Bayerische Staatszeitung

„Von Einem hat selbst gesagt, das Orchester sei das Wichtigste an seiner Oper. Das stimmt auch in Regensburg: Das Philharmonische Orchester unter der Leitung von Tom Woods […] steigert sich immer deutlicher in die Erbschaft von Jazz, von Ravel oder Strawinsky und Richard Strauss hinein, in aufrauschend-lyrische Passagen und überdeutliche Akzente der dominierenden Bläser- und Percussionsbesetzung. Ritschel ist in seiner Inszenierung der Spagat zwischen historischer Literaturvorlage, der Musik der Zwanzigerjahre und der Betroffenheit durch das Heute gelungen, auch mit immer neuen Formen von Skurrilität. Besonders der zweite, längere Teil der Aufführung läuft in einer Klimax des Erotischen, Skurrilen, der Verzweiflung gegenüber den anonymen Mächten auf das Ende zu: Ist das eine Oper zum Thema Vorratsdatenspeicherung? Oder nur Theater auf dem Theater mit dem Fluchtweg durch die Bühnentür?“