Sonderveranstaltung
Wie Medienlogik und ein falsches Nachhaltigkeitsnarrativ den Rollback befeuern
Harald Welzer und Prof. Dr. Georg Stephan Barfuß über kulturelle, mediale und politische Mechanismen, die nachhaltige Transformation ausbremsen
ca. 2 Stunde | Keine Pause
Im Rahmen der

Wir wissen seit Jahrzehnten, wie dringend Klima- und Umweltkrisen sind – und dennoch bleibt gesellschaftlicher Wandel oft aus. In der Veranstaltung Shift Happens?! – Transformation zwischen Tragik und Komödie spricht der Sozialpsychologe und Publizist Harald Welzer über die kulturellen, medialen und politischen Mechanismen, die nachhaltige Transformation ausbremsen – und mitunter ins Gegenteil verkehren.
Ausgehend von der Frage, warum Wissen allein so selten zu Veränderung führt, analysiert Welzer, welche Rolle Narrative, Routinen, Leitbilder und Vorbilder für gesellschaftlichen Wandel spielen. Im Zentrum stehen dabei auch die Logiken von Medien und öffentlicher Kommunikation: Wie tragen Zuspitzung, Polarisierung und moralische Verkürzung dazu bei, dass notwendige Veränderungen als Zumutung, Bedrohung oder sogar als lächerlich wahrgenommen werden?
Der Abend bewegt sich bewusst zwischen Tragik und Komödie: zwischen der Dramatik ökologischer Krisen und den oft absurden gesellschaftlichen Reaktionen darauf. Diskutiert werden Fragen nach der Zumutbarkeit von Transformation, nach sozialer Gerechtigkeit und demokratischer Handlungsfähigkeit – ebenso wie die Suche nach konstruktiven Gegenentwürfen.
Mit seinem Projekt FUTURZWEI bringt Welzer zudem konkrete Geschichten des Gelingens in die Debatte ein: Beispiele aus dem Alltag, die zeigen, dass Veränderung möglich ist, wenn neue Narrative, lokale Praxis und kultureller Wandel zusammenkommen.
Die Veranstaltung knüpft thematisch an aktuelle Debatten zu Medien, Demokratie und Nachhaltigkeit an und lädt zur gemeinsamen Reflexion darüber ein, wie gesellschaftlicher Wandel jenseits von Angst, Schuldzuweisungen und Stillstand gelingen kann.