Schauspiel
Königinnendrama von Elfriede Jelinek
Zu allen Vorstellungen (außer der Premiere) findet 30 Minuten vor Beginn eine Einführung und im Anschluss ein Nachgespräch statt.
Am 9. Mai 1976 wird Ulrike Meinhof in ihrer Gefängniszelle in Stuttgart-Stammheim tot aufgefunden. Ein Jahr später folgt Gudrun Ensslin ihrem Beispiel und begeht in der „Todesnacht von Stammheim“ zusammen mit anderen inhaftierten Gründungsmitgliedern der Terrororganisation RAF Suizid. Mit ihrem Tod endet eine der größten politischen Krisen in der Geschichte der Bundesrepublik, in deren Verlauf die jungen demokratischen Institutionen unter dem Druck einer medial befeuerten gesellschaftlichen Spaltung bis an ihre Grenzen getrieben werden. Bei Elfriede Jelinek sind Meinhof und Ensslin Königinnen: Wiedergängerinnen von Maria Stuart und Elisabeth I. Schicht für Schicht trägt Jelinek die Mythen ab, die sich um die beiden Frauen gebildet haben. Je nach Perspektive treten sie als Revolutionärinnen, Terroristinnen, Mütter und auch als Schriftstellerinnen in Erscheinung. Doch was wird davon am Ende übriggeblieben sein?
ULRIKE MARIA STUART wurde 2006 uraufgeführt. In ihrer überwältigenden Sprachkomposition schlägt Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek einen großen geschichtlichen Bogen: vom ästhetischen Humanismus Friedrich Schillers über die Revolutionsstücke Georg Büchners und die Gesellschaftsanalysen von Karl Marx bis zu den Veröffentlichungen der RAF-Mitglieder – ihren Artikeln, Manifesten und Briefen. Die Utopien, zeigt Jelinek, sind korrumpiert: „Wohin ich schau, es gibt nur überall ne Menge Elend, Blut und Scheiße.“
19–41 €
Einführung 17.30 Uhr
Nachgespräch im Anschluss
19–41 €
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Einführung 19.00 Uhr
Nachgespräch im Anschluss
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